"Achtung - frisch gebohnert!"

| | | Trackbacks (0) | vor | zurück

Kennt den Ausdruck eigentlich noch jemand?
Früher ("damals") lief man in ein Kaffee, ein Restaurant, einen Bahnhof oder ein anderes Gebäude und begegnete dann Warnschildern mit dem Text "Achtung - frisch gebohnert!".

Was steckt aber dahinter?
Ein Holzfußboden muß versiegelt werden und bedarf danach einer regelmäßigen Pflege. Fliesen sind natürlich einfacher in der Handhabung - Stein quillt nicht auf, wenn sich Feuchtigkeit festsetzt, und eine Beschichtung (Glasur) kann gebacken bzw. gebrannt werden und ist danach unempfindlich. Aber Holz hat eben diese Wärme, die Fliesen oder Stein niemals ausstrahlen können, und es fühlt sich beim Laufen einfach völlig anders an.
Die Reinigung eines Holzfußbodens besteht (ja nach Versiegelung) aus mehr oder weniger nebelfeuchtem Wischen mit entsprechenden Zusätzen. In regelmäßigen Abständen sollte der Boden dann mit einem Pflegemittel behandelt und aufpoliert werden. Dieses Aufpolieren erledigt man mit einer Einscheibenmaschine - ein großes Pad rotiert über den Boden, trägt dabei überschüssige Substanzen ab und poliert die Oberfläche. Bohnern ist eine alte Ausdrucksform für diesen Vorgang.
Danach ist die Oberfläche dann (je nach Dauer der Behandlung) glatt bis spiegelglatt - und damit der Kunde oder Gast nicht ausrutscht, wurden solche Warnschilder aufgestellt.

Nach der Installation des Fußbodens und der initialen Versiegelung sollte dieser Vorgang ebenfalls durchgeführt werden. Angie ist hier bei den ersten Versuchen mit der Maschine zu sehen. Das Ergebnis hatte ziemliche Ähnlichkeit mit einer Speckschwarte und hat unsere Erwartungen absolut übertroffen.
 

Ansonsten war heute munteres Umräumen angesagt. Die Rundtheke hat ihren finalen Anstrich erhalten und ist nach dem Bohnern des Bodens in den hinteren Raum umgezogen. Der lange Tresen, den wir auf eBay ersteigert hatten, wurde heute untenherum gereinigt. Leider konnten wir dabei keine Fotos machen - zu dritt die Theke ankippen und festhalten, und ich habe rund 15 Minuten lang mit dem Staubsauger halb unter der Theke gelegen und den Sockelbereich ausgesaugt. Echt bayerische Friedas sind dabei zum Vorschein gekommen :)
 

Wir haben außerdem mit dem Fußboden im großen Verkaufsraum begonnen. Nach einigem Gefummel mit den Kabelauslässen und den Heizungsfüßen ging es dann Schlag auf Schlag. Zuschneiden, Federn leimen, einschieben, verspannen, abwischen - nächste Platte, bitte... :)
Am Ende des Tages wurde ein Teilbereich des Bodens bereits zum ersten Mal geölt und gewachst. Der zweite Durchgang erfolgt dann direkt am Samstagmorgen, am Nachmittag kann gebohnert werden. Hier finden der Schrank und die lange Theke ihren Platz.
           

In der Werkstatt wurden die Wände gereinigt und Löcher zugeputzt, nächste Woche geht´s ans Streichen. Unser neuer Kompressor wurde bereits angeliefert und wird kommende Woche in der Grube versenkt. Da stört er am wenigsten und ist trotzdem für den Service zugänglich.

P.S.
Eine Anmerkung für mißtrauische Leser und aufmerksame Bildbetrachter: Ich habe durchaus mehr als nur ein T-Shirt... aber dieses hier hat ohnehin schon gelitten, und wir haben eine schnelle Waschmaschine und einen Trockner. Mir folgen also keine Fliegenwolken, wenn ich mich durch den Raum bewege :)